Taron`s Liverollenspiel Hompage

LARP Waffe bauen

Norddrachennews

  • Nächster Norddrachen Spieltermin:
    24.11.2018 Gruppe "Durch die Drachenberge"

 

 

Homepagenews

 

  • 18.10.2018:
    Der Bericht, sowie Bilder und Videos von unserm LARPi am 13.10. sind online

 

Anzeige:

LARP Waffe bauen

(Diese Anleitung stammt von Henning Peters - http://larp.faroul.de - und wurde von mir noch etwas veraendert)

 

Das Material

Das Grundmaterial von Latex-Waffen ist Schaumstoff. Das uebliche Schaumgummi eignet sich kaum, es ist zu weich und kann nur schwer bearbeitet werden. Besser geeignet sind spezielle Matten, die aus sehr kleinen Poren bestehen und darum angenehm zu verarbeiten sind. Beziehen kann man sie bei den einschlaegigen Laeden, die LARP-Zubehoer anbieten.

Das "Innenleben" ist natuerlich ein festerer Kern. Schlecht geeignet ist normales Holz (es bricht zu leicht) oder gar Metall (wir wollen ja niemanden verletzen). Sehr gut geeignet ist ein Stange aus GFK, sie ist sehr flexibel, trotzdem steif genug und robust (Kohlefaserstaebe sind weniger geeignet). Auch sie bekommt man in oben erwaehnten Laeden.

Zur Bearbeitung der Schaumstoffmatte eignet sich entweder ein sehr scharfes Messer, welches man immer wieder nachschaerfen kann, oder so ein Paketmesser mit auswechselbarer Klinge (gleich ein Zehnerpack mitnehmen!).

Als Kleber hat sich bei mir Pattex Kraftkleber (schwarz, gelb, rote Dose) durchgesetzt. Vorsicht, giftige Daempfe! Leider sind die Loesungsmittel in Pattex recht heftig, also moeglichst draußen verarbeiten. In jedem Fall sollte man sich hier eine Dose kaufen, eine Tube ist meist zu wenig; sparen am falschen Ende macht die Waffe hinterher nur schneller kaputt (man bedenke, dass damit aufeinander eingeschlagen wird!) und so viel mehr kostet eine grosse Dose auch nicht (600ml ca. 8,20 EUR). Zum Verstreichen sollte man entweder einen Metallspachtel oder einfach ein Stueck der Schaumstoffmatte nehmen.

Um kleine Loecher aufzufuellen oder die Stange zu fixieren benutze ich klare Silikonmasse (haelt aber nicht so gut) oder viel Pattex (die eckigen GFK-Stangen passen natuerlich besser).

Letztlich wird jede Latex-Waffe mit Latex-Milch bestrichen. Latex-Milch ist normalerweise nur sehr schwer zu bekommen und oft zu astronomischen Preisen; mehr als 10,00 EUR pro Liter sollte man nicht zahlen.
Ein Liter reicht fuer ein bis zwei Waffen, da mindestens fuenf Anstriche fuer eine haltbare und deckende Schicht noetig sind. Latex-Milch laesst sich recht gut streichen (der Pinsel ist allerdings anschliessend nicht mehr brauchbar, da die getrocknete Latex-Milch die Haare verklebt; es geht auch ein Stueck der Schaumstoffmatte), und 4:1 mit Wasser verduennt laesst sie sich auch recht gut mit dem Airbrush auftragen. Tropfen auf dem (Fliesen- oder Stein-)Boden kann man getrocknet so wieder abknibbeln, allerdings laesst sich Latex-Milch aus Stoff und Teppich nicht wieder rauskriegen!

Latex-Milch stinkt fuerchterlich nach Ammoniak, also auch nur draussen verarbeiten!

Als Farben eignen sich wasserloesliche Farben (ich benutze Dekra-Lack), denn sie lassen sich gleich unter die Latex-Milch mischen. Dabei nicht vergessen, daß die Milch fast durchsichtig wird, also um einiges nachdunkelt. Nachtraeglich aufgetragene Farben reiben sich meist schnell ab.

Niemals Gold-Farbe oder Kupfer-Farbe ohne vorherigen Test benutzen!
Die Pigmente haben die Eigenschaft, das Latex anzuloesen: die Waffe wird klebrig ohne Ende (sog. "Latexpest" oder "Latexpocken")! Silber hingegen geht, sollte aber unbedingt vorher auch auf Vertraeglichkeit geprueft werden.

Der Aufbau

Bei der Form der Waffe sollte folgendes beachtet werden:

Seitlicher Abstand des Kerns zur Schaumstoffmatte: mindestens 1cm

Abstand vorne und hinten (also in Laengsrichtung): mindestens 5cm

Ein Schwert

Ein Schwert besteht normalerweise aus drei Schichten: zwei umhuellenden Schichten und einer Schicht mit dem Kern. Das Ganze sieht dann aus wie ein Sandwitch.

Ansicht von der Seite:

Nachdem man sich eine ungefaehre Form aus Papier geschnitten hat, schneidet man diese dreimal aus dem Schaumstoff aus; dabei sollte man nicht zu pingelig sein, eher ein wenig mehr, es muß sowieso nachbearbeitet werden. Die so entstandenen Teile sollte man beidseitig mit 100er Schmirgelpapier anrauhen - dann haftet der Kleber besser.

Danach saegt man sich die Stange passend und schneidet ein passendes Loch in eines der Teile.

Bitte die Sicherheitsabstaende beachten: Abstand Kernstab zum Klingenende und zum Griffende mindestens 5 cm, Abstand Kernstab zur Klingenseite mindestens 1 cm.

Nun klebe man das Mittelteil auf ein Seitenteil. Ordentlich festdruecken! Jetzt die Stange anrauhen, schoen viel Silikonmasse in das Loch reinschmieren und reindruecken, mit Silikon auffuellen und glattstreichen. Silikonmasse, die auf die Matte geschmiert wurde, kann man nach dem Trocknen wunderbar abzupfen.

Die Stange sollte man mit einem Schnipsel Leder oder Stoff gegen herausstoßen aus der Spitze schuetzen! Auch ein kurzer Gartenschlauch geht sehr gut: er ist einerseits flexibel, andererseits fest genug, um ein Abbrechen zu verhindern.

Wenn alles getrocknet ist, klebt man die dritte Schicht oben drauf; auch hier wieder tuechtig pressen, es haelt sonst nicht! Wieder trocknen lassen.

Nun kann man den Rohling bearbeiten und ihm die endgueltige Form geben. Hierbei ist der Phantasie keine Grenze gesetzt, auch sehr kleine Details bleiben nach dem Anstrich mit Latex-Milch erhalten.

Schliesslich wird das Schwert angestrichen. Als Grundfarbe für Metall nehme ich ein recht dunkles Grau, dem etwas Silberfarbe zugefuegt ist.

Später wird der Griff mit Leder umwickelt (mit Teppichklebeband fixiert).

So, wenn nichts schiefgelaufen ist, sollte man nun sein Latex-Schwert in der Hand halten. Weil das Gummi auf der Haut so schön ratschen kann, pudern wir unsere Schwerter immer mit Babypuder oder Talkum (notfalls Mehl) ein.

Man kann den Griff auch sehr fest mit ca. fingerdickem Seil umwickeln. Dadurch wird er angenehm fest.

Eine Axt

Bei einer Axt bietet sich an, den Stiel aus einer Heizungsisolierung herzustellen (zu finden in Baumaerkten). Die Klinge sollte man dann in den Stiel einsetzen, in etwa wie auf der Skizze. Ansonsten verfaehrt man aehnlich wie beim Schwert.

     /       /
(-)--------(-)____________________(-)
  /       /

 

 

 

Die mittlere Schicht kann man entweder aus einer oder aus zwei Schichten machen (also dann vier Schichten insgesamt), und man sollte sie nicht um den Kern herumkleben, sondern eher vorne und hinten drankleben (sie werden dann ja von den umschließenden Schichten gehalten). Der Griff wurde dann spaeter noch mit Leder umklebt.

 

So, das war's von meiner Seite zum Waffenbau. Es ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, und es gibt zig andere Varianten. Selbstgebaute Schwerter sind zwar manchmal nicht sooo "schoen" wie gekaufte (die "Profis" haben einfach mehr Erfahrung, die man sich natuerlich auch aneignen kann), dafuer kosten sie nicht mal die Haelfte.

Wer ganz schnell eine "Pompfe" (das bezeichnet entweder eine keulenartige Waffe oder ein billig hergestelltes Schwert) braucht, nehme eine Rohrisolierung, einen GFK-Stab und umwickle das ganze fest mit silbernem Panzerband. Wenn man naemlich hinterher feststellt, dass das Liverollenspiel doch nichts fuer einen ist, hat man keine 25-130 Euro in die Waffe gesteckt, damit sie dann in der Ecke verstaubt...